Innovatorium Lausitz – Mit Lernfabrik und ‚Schaufenster Strukturwandel‘ Fachkräfte für die Region sichern

Innovatorium Lausitz

Fachkräfte sollen künftig im Industriepark Schwarze Pumpe im „Innovatorium Lausitz“ akquiriert, ausgebildet und umgeschult sowie langfristig an die Region gebunden werden. Mit dem geplanten Projekt setzt der Zweckverband Industriepark Schwarze Pumpe (ZV ISP) neue Maßstäbe in der Fachkräfteentwicklung. Denn die Errichtung einer komplexen Bildungsstätte mit „Lernfabrik“ und einem 15-geschossigen Tower samt Landschaftspark soll Unternehmen und Fachkräfte zusammenbringen und den Bildungsbedarf der gesamten Region gezielt adressieren.

In den kommenden fünf Jahren wird der Industriepark Schwarze Pumpe allein aus dem Bestand und durch Neuansiedlungen rund 3000 neue Fachkräfte benötigen. Dass zeige zu einem eine im Jahr 2024 durchgeführte Befragung von 50 ansässigen Unternehmen und der Bedarf durch geplante Neuansiedlungen. Nach Rücksprache mit Bestandsunternehmen wird das fünffache an Ausbildungsplätzen benötigt, um die Bedarfe zu decken. Ansässige Unternehmen wollen sich künftig erweitern.  Neuansiedlungen sind geplant und in Vorbereitung. „Wir spüren und erfahren momentan eine starke Ansiedlungsdynamik und aktuell wird der Industriepark um etwa 350 Hektar neue Industrieparkflächen erweitert, auf denen neue Firmen angesiedelt werden“, erklärt Petra Axel, Geschäftsführerin des Zweckverbandes Industriepark Schwarze Pumpe.

Das Innovatorium Lausitz besteht baulich aus zwei großen Bereichen, die eng miteinander verbunden sind.  „Lernfabrik“ und Tower/Landmarke als „Schaufenster Strukturwandel“. Die Lernfabrik wird als Multifunktions-Ausbildungsfabrik am Standort agieren. Im Vordergrund dabei stehen vor allem Kooperationen mit Unternehmen aus der Region, deren Bedarfe durch die ebenfalls geplanten und etablierten Bildungsangebote bisher nicht abgedeckt werden können. Eine zentrale Partnerschaft wurde bereits mit der Altech Group geschlossen. Das Unternehmen plant in der Lernfabrik Teile der theoretischen und praktischen Ausbildung für seine Betriebe umzusetzen – darunter 300 Ausbildungsplätze für Industriekeramiker. Weitere Unternehmenspartnerschaften sind in Planung. Zudem soll eine „Net-Zero-Academy“ für Zukunftsberufe aufgebaut werden. Die Lernfabrik soll zudem ein „Science Center“ der ansässigen Universitäten und eine „MINT Academy“ zur Berufsfrühorientierung beinhalten. Die Errichtung der Lernwerkstatt ist an der Stelle der ehemaligen Betriebsberufsschule für Bergbauberufe geplant. Der Komplex besteht aktuell aus drei Gebäudeteilen und steht seit ca. 20 Jahren leer.

Im Mittelpunkt des Gebäudeensembles soll ein Hochhaus mit 15 Geschossen entstehen, welches den Namen „Schaufenster Strukturwandel“ trägt. Da in den Unternehmen und bei den Fachkräften das Thema „Work-Life-Balance“ einen immer größer werdenden Stellenwert einnimmt, soll das Thema Gesundheit eine große Rolle spielen. Dementsprechend ist ein Zentrum des Arbeitsmedizinischen Dienstes und ein Zentrum für Gesundheitsprävention geplant. Der Bereich Qualifizierung von Mitarbeitern wird zukünftig in allen Branchen einen hohen Stellenwert einnehmen. Handwerk und Industrie haben die Möglichkeit ihre Mitarbeiter u.a. in den Bereichen Sprachen und Digitalisierung zertifiziert zu qualifizieren. Im sogenannten „Nexus Hub“ soll das Ankommen und das Verwurzeln von Fachkräften in der Region erleichtert werden – und dies in Kooperation mit Landkreisen, TÜV, IHK und weiteren Partnern.  Für innovative und kreative Nutzer werden in einem Teil des Hochhauses auch Büroeinheiten zur Anmietung zur Verfügung stehen. Zudem können die Beschäftigten und Auszubildene in dem Hochhaus auch ausreichend versorgt und temporär untergebracht werden.

Um das Gesamtprojekt abzurunden, ist es geplant neue Grünräume in Form eines Landschaftsparks zu schaffen. Dieser soll die Aufenthalts-, Lern- und Lebensqualität für die Mitarbeiter im Industriepark Schwarze Pumpe und der Einwohner von Schwarze Pumpe steigern.

Darüber hinaus ist die Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes und weiteren Dienstleister im Quartier neben der bestehenden Tankstelle vorgesehen.

„Das Innovatorium Lausitz ist ein unabdingbarer Baustein zur weiteren Entwicklung des Industrieparks Schwarze Pumpe und der gesamten Region. Nur so kann Strukturwandel gelingen“, so Roland Peine, Technischer Geschäftsführer der ASG Spremberg und Industriepark-Manager.

Vom ganzheitlichen Aus- und Weiterbildungsangebot soll am Ende eine gesamte Region – das Industriedreieck Spremberg – Hoyerswerda – Weißwasser profitieren.

Die Kosten in Höhe von ca.118 Millionen Euro sollen zu großen Teilen durch Fördermittel für den Lausitzer Strukturwandel gedeckt werden. Aktuell laufen intensive Gespräche mit dem Fördermittelgebern. „Das Innovatorium Lausitz ist die notwendige Antwort, damit der Strukturwandel in der Lausitz aktiv vorangetrieben werden kann“, so Alexander Scharfenberg, Leiter des Projektes und Mitarbeiter im Bereich Industrieparkmanagement bei der ASG Spremberg GmbH.

Fotos: MKS Architekten und Ingenieure – Herrn Hillmann